Tao Healing Mind nach Dr. Mazza ®

Empathie fühlen

Empathie: Einfühlung in andere Menschen

Empathie verwenden wir in diesem Text im Sinn von „Einfühlung“. Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen und aus ihrer Perspektive zu erleben, was sie verbal oder nonverbal mitteilen. Seit einigen Jahren wissen wir, dass es für genau diese Fähigkeit im Gehirn spezifische Nervenzellen gibt. Wir wissen weiters, dass wir empathisch nur das mitempfinden können, was wir selbst bereits einmal, zumindest in ähnlicher Form, erlebt haben.

Empathie verwandelt Menschen

... durchbricht Mauern und löst Blockaden zwischen Menschen auf. In einem Gespräch ist empathisches Zuhören wie ein Dienst, dem anderen gegenüber. Wir vergessen für einen Moment uns selbst und sind mit der ganzen Aufmerksamkeit bei unserem Mitmenschen. Für diese Zeit des konzentrierten Da Seins für andere, fallen eigene Probleme, Sorgen und Schwierigkeiten von uns ab. Der Geist wird ganz still. Der Körper entspannt sich, erholt sich und wird gesünder.

Peter Rosegger, ein steirischer Heimatdichter, hat dies intuitiv bereits erkannt. Er schreibt: „Wenn ein Mensch für einen Augenblick von all seinen Sorgen befreit sein möchte, so muss er nur versuchen, etwas für andere zu tun.“

Auch wenn wir den Erfolg (noch) nicht in materiellen Werten messen können: Das Mitfühlen mit ganzem Herzen ist eine sehr wirksame Hilfe, um andere in ihrer Entwicklung zu fördern. Es ist eine Leistung unseres Gehirns, die ebenso anstrengend und energieaufwendig ist, wie körperliche Arbeit.

Selbstwahrnehmung

Die eigene Kommunikation mit Empathie beginnt mit der Wahrnehmung des eigenen Körpers. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ steht in der Bibel als Mahnspruch, dass wir für andere nur dann wertvolle Partner sein können, wenn wir unsere engste Partnerschaft, die mit dem eigenen Körper, vorbildlich leben. Wir vergessen für einen Moment uns selbst und sind mit der ganzen Aufmerksamkeit bei unserem Mitmenschen. Der Körper spricht mit uns in Form von Sinneswahrnehmungen, Gefühlen, Gedanken, Worten und Ereignissen, die uns widerfahren. Er drückt seine Bedürfnisse ähnlich einem Kind aus, das in unserem Inneren wohnt und mit uns durch die Welt wandelt. Wir können uns ein Kind vorstellen, das neben dem Vater oder der Mutter vorne im Auto sitzt, alles miterlebt, mitfühlt und auch immer wieder mitreden, mitlenken und natürlich auch selbst einmal den Wagen steuern möchte.

Fast alle Kinder und sehr viele ältere Menschen führen Selbstgespräche. Sie verarbeiten damit erfolgreich den Alltag und erreichen in schwierigen Situationen durch das Sprechen ein oft erstaunlich hohes Bewusstseinsniveau und eine verblüffende Stressbewältigung.

Das Innere Kind

Selbstgespräche sind im Erwachsenenalter verpönt, obwohl wir seit langem wissen, dass Erwachsene das Selbstgespräch, zum Teil bewusst, häufiger aber unbewusst, als inneren Dialog ein Leben lang fortsetzen. Anders formuliert: Wir kommentieren alles, was uns im Leben begegnet. Entweder laut oder leise, bewusst oder unbewusst. Wenn wir mit unserem Inneren Kind kommunizieren möchten, tun wir gut daran, uns auf seine Stufe zu stellen.

Wir sprechen es in einfachen, ehrlichen Worten an: „Wie geht es dir? Was brauchst du? Was denkst du darüber? Was empfindest du dabei? Gefällt dir das? Was machen wir jetzt?“ und so weiter.

Auch wenn es anfangs vielleicht eigenartig erscheint: Das Kind antwortet uns sicher. Entweder in Form von Gedanken, Gefühlen, inneren Bildern, Körperempfindungen oder einfach intuitiv. Das bedeutet: Wir wissen einfach, was die Antwort ist. Nicht selten zeigt sich die Antwort des Inneren Kindes auch in Form von Ereignissen im Alltag, in Menschen, die uns begegnen, Büchern, auf die wir hingewiesen werden, in Schriftzügen, Werbetexten, Liedertexten, Fernsehsendungen, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt "zufällig" einschalten und so weiter. Das innere Kind ist sehr kreativ.

Gut zu sich selbst sein

Empathie für den eigenen Körper ist eine der ganz großen Lebensaufgaben jedes Menschen. Gut zu sich selbst zu sein, sich selbst tief innen zu verstehen, bei sich zu bleiben in dem schnellen und von raschem Wandel geprägten Alltagsleben, ist eine Kunst, die täglich geübt sein will.

So wie Empathie andere Menschen positiv verändert, so verändert und heilt uns die Aufmerksamkeit, mit der wir unser Inneres begleiten. Vielleicht ist diese hingebungsvolle Selbstwahrnehmung die größte mentale Kraft, über die wir Menschen verfügen.